Reaktorentypen
In Deutschland werden zwei Arten von Kernkraftwerken betrieben: Druckwasser- und Siedewasserreaktoren. Beide Reaktortypen nutzen Wasser als Kühlmittel sowie als Moderator.
Der Druckwasserreaktor
Im Druckwasserreaktor wird die bei der Kernspaltung freiwerdende Wärme vom Wasser des Hauptkühlmittelkreislaufs (Primärkreislauf) aufgenommen. In diesem Kreislauf herrscht hoher Druck, der das Sieden des Wassers verhindert. Der Primärkreislauf überträgt die im Reaktor erzeugte Wärme an die Dampferzeuger, an die der Wasser-Dampf-Kreislauf (Sekundärkreislauf) der Turbine angeschlossen ist. Die Dampferzeuger trennen den Hauptkühlmittelkreislauf vom Wasser-Dampf-Kreislauf. So wird verhindert, dass radioaktive Stoffe den Primärkreislauf verlassen.
Der Siedewasserreaktor
Im Siedewasserreaktor sind die Druckverhältnisse so gewählt, dass das Wasser beim Durchströmen des Reaktorkerns teilweise verdampft. Der Dampf wird abgetrennt und direkt auf die Turbine geleitet. Diese ist mit dem Generator gekoppelt. Weil der Dampf schwach radioaktiv ist, können im Gegensatz zum Druckwasserreaktor die Dampfleitungen, die Turbine, der Kondensator und die Kondensatleitungen des Siedewasserreaktors radioaktive Ablagerungen enthalten. Deshalb sind im Maschinenhaus der Siedewasserreaktoren besondere Schutzvorrichtungen installiert.
